Mehr Frauen auf dem Stadtplan

In Berlin wurden schon einige Straßen umbenannt.

Foto: Christian Ditsch/epd

Am 8. März ist Weltfrauentag! An diesem Tag setzen sich viele Menschen dafür ein, dass Frauen in der Gesellschaft gleichberechtigt werden. Das fängt schon bei kleinen Dingen an – zum Beispiel bei den Straßennamen. 

Was haben die Erich-Kästner-Straße, die Beethovenstraße und der Konrad-Adenauer-Platz gemeinsam? Sie alle tragen den Namen eines berühmten Mannes. Das ist auch erstmal verständlich, denn die Männer, nach denen die Orte benannt sind, haben tolle Dinge geleistet. Das Problem ist nur: Die allermeisten Straßen und Plätze tragen Männernamen. Dabei verdanken wir Frauen auch viele Erfolge, Erfindungen und beeindruckende Ideen.

Das Beispiel mit den Straßennamen zeigt, dass Frauen und Männer in manchen Bereichen unseres Lebens noch nicht gleichberechtigt sind. Noch immer ist es so, dass Frauen im Durchschnitt mit ihrer Arbeit weniger Geld verdienen oder sich stärker um den Haushalt kümmern als Männer. Zum Weltfrauentag am 8. März gehen viele Menschen auf die Straße, um auf diese Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen.

Neue Straßennamen

Aktivistinnen und Aktivisten in Deutschland haben sich dafür in den letzten Jahren zum Beispiel folgende Art des Protestes überlegt: Sie überklebten alte Straßenschilder und gaben ihnen Frauennamen. Auch viele Städte in Deutschland haben bereits erkannt, dass hier ein Ungleichgewicht herrscht. Deshalb gibt es beispielsweise in Würzburg und Köln auch die Regel, dass bei zukünftigen Straßenbenennungen Frauennamen stärker berücksichtigt werden sollen.

In unserer Hauptstadt Berlin ist es so, dass weniger als fünf Prozent der Straßen nach Frauen benannt sind. Die Stadt möchte das ändern und hat bereits einige Straßen umbenannt. Bald soll dort zum Beispiel eine alte Straße einen neuen Namen bekommen: Sie heißt dann Anita-Augspurg-Straße. Die bekannte Aktivistin Anita Augspurg hat sich schon früh für Frauenrechte eingesetzt. Sie zog als junge Frau nach Zürich, um dort zu studieren. Damals durften das Frauen in Deutschland noch nicht. Und im Ersten Weltkrieg gehörte sie zu den wenigen Menschen, die sich öffentlich gegen den Krieg aussprachen.

Für manche ein Feiertag

Wusstest du, dass der Weltfrauentag in manchen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag ist? In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern müssen viele Menschen am 8. März nicht arbeiten. Mit dieser Regel wollten die Bundesländer zeigen: Dieser Tag und seine Bedeutung sind wichtig! Der 8. März wird als Aktionstag für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung gesehen.