„Man muss sich auf die anderen verlassen können“

Die 13‑jährige Sophia ist seit zweieinhalb Jahren bei der Jugendfeuerwehr in Essen aktiv.

Foto: Socrates Tassos/FFS

Wasser marsch! Wenn Sophia mit ihrer Gruppe übt, sind Teamgeist und Konzentration gefragt. Die 13-Jährige ist bei der Jugendfeuerwehr aktiv. Im Interview erzählt sie, was sie dort erlebt und warum Teamgeist besonders wichtig ist. 

Checky: Wie sieht ein typisches Treffen bei der Jugendfeuerwehr aus? 

Sophia: Wir treffen uns einmal die Woche. Dann machen wir verschiedene Übungen, zum Beispiel üben wir den Löschangriff oder wie man ein Auto aufschneidet, um eine Person zu bergen. Oder wir lernen, wie man Erste Hilfe leistet.

Übt ihr denn schon mit echtem Feuer? 

Nein, wir trainieren ohne Feuer. Aber wir lernen, wie man im Einsatz die Schläuche richtig legt und wie man Wasser auf das Rohr gibt. Nur eben ohne das Feuer.

Was gefällt dir bei der Jugendfeuerwehr am meisten?

Auf jeden Fall der Teamgeist und dass immer alle zusammenhalten. Man muss sich immer auf die anderen verlassen können und sich vertrauen. Mit einem Alleingang kommt man hier nicht weit.

Die Feuerwehr verbinden viele eher mit Jungs. Wie ist es für dich als Mädchen in der Gruppe?

Insgesamt sind wir zwanzig Kinder in der Gruppe, ich bin eins von vier Mädchen. Wir wurden ganz normal aufgenommen. Es ist etwas ungewohnt, aber auch sehr schön.

Gibt es auch etwas, was dir nicht so Spaß bringt?

Auf jeden Fall Knoten machen. Aber das machen wir meistens nur im Winter.

Was ist denn für dich das Spaßigste? 

Im Sommer machen wir manchmal Wasserschlachten mit den Schläuchen. Das ist immer sehr lustig.

Du wurdest von deiner Gruppe zur stellvertretenden Jugendsprecherin gewählt. Welche Aufgaben hast du da? 

Ich habe zu allen einen guten Draht und bin immer mit den Betreuern im Austausch. Wir treffen uns alle drei Monate mit den Vertretern der anderen Jugendfeuerwehren in der Stadt. Dann besprechen wir, was gut gelaufen ist und was man noch verbessern könnte.

Dein Papa ist selbst auch bei der Feuerwehr. Unterhaltet ihr euch manchmal über Feuerwehr-Themen?

Ja, schon. Nach den Treffen fragt er mich immer, was wir so gemacht haben. Dann gibt er mir manchmal auch Tipps.

Was war bisher dein persönlicher Höhepunkt?

Der 24-Stunden-Tag war sehr cool. Da haben wir hier auf der Wache geschlafen und unsere Betreuer haben einen Einsatz nachgestellt. Dann sind wir auch richtig mit den Fahrzeugen rausgefahren. Und das Drachenbootrennen hier auf dem See war auch cool. Da sind wir als Gruppe gegen andere angetreten. In unserer Kategorie sind wir sogar Erste geworden.

Die Jugendfeuerwehr ist für Kinder zwischen 10 und 18 Jahren. Könntest du dir vorstellen, dann bei der freiwilligen Feuerwehr weiterzumachen?

Ja, auf jeden Fall! Schon seit dem Kindergarten.