Warum gibt es Streit um die Regenbogenfahne?

Viele Menschen wünschen sich, dass so eine Fahne über dem Bundestag weht.

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Vielleicht denkst du jetzt: Hä? Wie kann man sich denn um so etwas Schönes wie einen Regenbogen streiten? Hier erfährst du, um was es dabei eigentlich geht – und was eine Regenbogenfahne und der Bundestag damit zu tun haben.

Manche Leute mögen den Regenbogen einfach, weil er so schön bunt ist. Für viele Menschen ist er auch ein Symbol für ein friedliches Miteinander oder für Freundschaft. Und er bedeutet auch: Hier sind alle willkommen, egal welches Geschlecht sie haben oder wen sie lieben. Deshalb ist der Regenbogen auch das Symbol der Gemeinschaft, die sich LGBTQIA+ nennt.

Die Buchstaben dieser Abkürzung stehen für ganz verschiedene Menschen:

  • L: Frauen, die Frauen lieben, sind lesbisch.
  • G: Männer, die Männer lieben, sind schwul. Das G kommt vom englischen Wort: gay.
  • B: Menschen, die sowohl Männer als auch Frauen lieben, sind bisexuell.
  • T: Menschen, zu denen das körperliche Geschlecht nicht passt, mit dem sie geboren wurden, sind transgender. Oder kurz: trans.
  • Q: Dieser Buchstabe steht für das Wort queer. Damit sind alle Menschen gemeint, zu denen die anderen Buchstaben passen.
  • I: Menschen, die gleichzeitig männliche und weibliche Geschlechtsorgane haben, sind intergeschlechtlich.
  • A: Menschen, die sich nicht körperlich zu anderen Menschen hingezogen fühlen, sind asexuell.
  • +: Damit sind alle Menschen gemeint, zu denen die anderen Buchstaben nicht passen.

Die Regenbogenflagge ist für sie alle wichtig, denn sie steht für Toleranz und Vielfalt. Dieses Symbol zu zeigen, ist der Gemeinschaft LGBTQIA+ sehr wichtig. Denn viele dieser Menschen haben nicht die gleichen Rechte wie andere Menschen in Deutschland.

Für gleiche Rechte demonstrieren

Die Gemeinschaft LGBTQIA+ und auch viele Menschen, die sie unterstützen möchten, demonstrieren deshalb immer wieder für gleiche Rechte. So eine Demo soll am 26. Juli auch in der deutschen Hauptstadt Berlin stattfinden. An dem Tag sollte eine Regenbogenfahne auf dem Bundestag wehen. Das ist der Ort, an dem in Deutschland über Gesetze entschieden wird.

In den letzten Jahren war die Fahne am Tag der Demo immer dort zu sehen. Doch dieses Jahr hat die Präsidentin des Bundestages, Julia Klöckner, entschieden: Die Fahne wird nicht aufgezogen. Julia Klöckner sagt: Der Bundestag müsse politisch neutral sein. Sie meint: Deshalb wäre es nicht richtig, so deutlich zu zeigen, dass man zu einer bestimmten Gruppe von Menschen hält.

Viele Unterschriften gesammelt

Viele andere meinen aber: Im deutschen Grundgesetz steht, dass alle Menschen gleich viel wert sind und alle die gleichen Rechte haben. Deshalb sei es sogar wichtig zu zeigen: Wir unterstützen eine Gruppe von Menschen, für die das noch nicht gilt.

Viele Menschen möchten, dass die Regenbogenflagge am 26. Juli auf dem Bundestag weht. Im Internet wurden sogar Unterschriften dafür gesammelt. Das Motto: „Bunt statt grau!“ Mehrere hunderttausend Menschen machten mit.