Mehr Schutz in der digitalen Welt

Auch Tiktok soll für Kinder und Jugendliche verboten werden.

Foto: Annette Riedl/dpa

Australien hat es vorgemacht, viele andere Länder denken auch darüber nach: Die Rede ist von einem Verbot sozialer Medien für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. In Australien haben sie seit Anfang des Jahres keinen Zugang mehr zu Plattformen wie Instagram, Tiktok, Snapchat, Youtube oder Twitch.

Dahinter steckt der Wunsch, sie vor schlimmen Inhalten zu schützen und auf ihre psychische Gesundheit zu achten. Es soll also auch ihren Gedanken und Gefühlen gut gehen. Die australische Regierung sagt: Die häufige Nutzung sozialer Medien kann süchtig machen und zu Problemen wie Depressionen, Ängsten oder Essstörungen führen.

Regeln nach Altersstufen

Das sieht die Bildungsministerin in Deutschland ähnlich. Deswegen hat sie eine Gruppe von Expertinnen und Experten beauftragt, Ideen für mehr Schutz in der digitalen Welt zu entwickeln. Der Vorsitzende der Kommission sagt, es sei wichtig, Kindern und Jugendlichen „die Chancen und Risiken offenzulegen und sie auch ein Stück weit vor den Gefahren des Internets zu schützen.“ Die Experten sollen im Herbst ihre Ergebnisse vortragen.

Klar ist aber jetzt schon: Es wird sich auch in Deutschland etwas ändern.

Inzwischen haben die Regierungsparteien CDU und SPD Vorschläge für verschiedene Altersstufen gemacht: Kinder unter 14 Jahren sollen gar keine sozialen Medien nutzen dürfen. Für Jugendliche bis 16 Jahre soll es ein Jugend-Angebot der Plattformen geben. Das darf weder Empfehlungen enthalten noch die Möglichkeit, einfach weiterzuscrollen. Möglich machen soll das eine Art digitaler Ausweis, mit dem man bei der Anmeldung auf den Plattformen sein Alter angeben muss.

Auch für Nutzer ab 16 Jahren sind Regeln geplant, die vor Mediensucht schützen könnten. Die Plattformen sollen dabei mehr Verantwortung übernehmen: Sie dürfen Suchanfragen oder genutzte Inhalte dann nicht mehr dafür verwenden, neue Vorschläge zu machen.