„Strauße spüren, wenn man aufgeregt ist“

Der 13‑jährige Nahel Tran spielt in „Die Legende des Wüstenkindes“ einen Jungen, der bei einer Straußenfamilie lebt.
Foto: MAI JUIN Productions – STUDIOCANAL
Nahel Tran spielt in dem Film „Die Legende des Wüstenkindes“ einen Jungen, der bei einem Sturm von seiner Familie getrennt wurde. In der Wüste helfen ihm Tiere, um zu überleben. CHECKY! hat mit dem 13-jährigen Nachwuchsschauspieler aus Frankreich gesprochen.
Checky: Am 21. Mai startet „Die Legende des Wüstenkindes“ in den Kinos. Darin gibt es einige Szenen, in denen du einer Straußen-Herde ganz nah kommst. Wie hast du dich dabei gefühlt?
Nahel: Ganz am Anfang, also beim ersten Casting, hatte ich ein bisschen Angst. Immerhin sind die Tiere rund zweieinhalb Meter groß. Da hatte ich schon großen Respekt. Das Wichtigste war, keine Angst zu zeigen und so ruhig wie möglich zu bleiben. Die Tiertrainer haben mir gesagt, dass Strauße es sofort spüren, wenn jemand aufgeregt ist. Deshalb sollte man in ihrer Gegenwart am besten ruhig atmen und sich sehr langsam bewegen, um sie nicht zu beunruhigen.
Im Film hat Hadara auch einen Wüstenfuchs zum Freund. Wie waren die Dreharbeiten mit diesem Tier?
Toll. Ich habe mich jeden Morgen darauf gefreut, die beiden Fenneks zu sehen. Wir haben nämlich mit zwei Wüstenfüchsen gedreht. Das eine Tier war jünger, sehr energiegeladen und aufgeregt. Der andere Wüstenfuchs war älter und ruhiger. Beide waren absolut liebenswert.
Wie lange haben die Dreharbeiten für den Film gedauert?
Wir haben von September bis Anfang Dezember gedreht, also in den weniger heißen Monaten des Jahres. Morgens war es warm, aber nach dem Sonnenuntergang wurde es kalt. Tagsüber mussten wir viel trinken und uns zwischen den Szenen vor der Sonne schützen. Einmal war es besonders windig. Da musste das ganze Filmteam Schutzbrillen tragen. Alle haben wie Wissenschaftler ausgesehen.
Wie würdest du Hadara im Film beschreiben?
Er ist schlau und einfallsreich. Er hat gelernt, instinktiv zu handeln und zu überleben. Das hat ihn stark gemacht. Gleichzeitig ist er auch sehr feinfühlig.
Worin unterscheidest du dich von Hadara?
Hadara ist ein bisschen mutiger als ich. Ich weiß nicht, ob ich die erste Nacht in der Wüste überlebt hätte.
Wie war es für dich, in der Wüste zu drehen?
Es war großartig. Eine echte Auszeit vom normalen Leben. Weit weg von der Schule und meiner Familie in Paris. Ich habe es sehr genossen, in den Dünen zu spielen, zu rennen, zu kicken und nahe bei den Tieren zu sein.
Was fandest du in der Wüste am beeindruckendsten?
Die Landschaft und die Sonnenuntergänge. Erstaunlich ist, dass sich die Wüste über Nacht komplett verändern kann – wegen des Windes, durch den sich die Dünen bewegen.
Was ist für dich die Botschaft des Films?
Oft sagt man ja, der Mensch müsse die Tiere und die Natur retten – besonders heute, angesichts des Klimawandels. Aber in dieser Geschichte sieht man, dass es andersrum ist: die Natur und die Tiere retten Hadara, ein Menschenkind. Alles hängt mit allem zusammen.


