„Da fühle ich mich glücklich und frei“

Der Lieblingssport von Timo ist Langlaufen. Mit einem Rollschlitten geht das auch auf Asphalt und ohne Schnee.
Foto: privat
Timo wurde ohne rechtes und mit einem fehlgebildeten linken Bein geboren. Mit künstlichen Beinteilen kann er laufen und Sport machen. Auch mit speziellen Rollstühlen und anderen Geräten ist er aktiv. CHECKY! hat mit dem 14-Jährigen gesprochen.
Checky: Seit wann bist du sportlich aktiv?
Timo: Als Grundschüler habe ich Fußball gespielt. Eingestiegen bin ich damals in der zweiten oder dritten Klasse. In der vierten Klasse habe ich dann aber wieder damit aufgehört.
Warum?
Weil es irgendwann nur noch um Leistung ging. Das hat mir dann nicht mehr gefallen. Aber in der Anfangszeit war es richtig toll. Da ging es einfach nur um den Spaß und ums Spielen. Gespielt habe ich mit einer speziellen Sportprothese, denn mir fehlt ein Bein.
Auf welchen Sport bist du danach umgestiegen?
In der Nähe meines Wohnorts gibt es in einem Sportverein eine Gruppe, die inklusiven Sport für Menschen mit und ohne Behinderung anbietet. Da habe ich dann mit Rolli-Sport angefangen.
Was bedeutet Rolli-Sport?
Das sind Sportarten, die im Rollstuhl ausgeübt werden – zum Beispiel Basketball in speziellen Sportrollstühlen oder Tischtennis im eigenen Rollstuhl.
Was liegt dir am meisten?
Beim Rolli-Sport mag ich am liebsten Wheelsoccer, also Rollstuhlfußball. Da treten zwei Teams gegeneinander an und versuchen, einen großen Gymnastikball ins gegnerische Tor zu schießen. Das Kicken mit dem Fuß ist nicht erlaubt, aber der Ball darf mit einer Hand oder dem Rollstuhl angeschoben werden. Mehr noch als Wheelsoccer mag ich Abfahrtsskifahren auf einem sogenannten Monoski und ich liebe Langlaufen. Langlaufen mache ich seit rund vier Jahren und das ist mein absoluter Lieblingssport.
Was begeistert dich daran?
Ich mag die Sportart vor allem im Winter. Wenn ich durch den glitzernden Schnee gleite, fühle ich mich glücklich und frei. Das ist ein tolles Wintersportfeeling.
Und was machst du im Sommer?
Da funktioniert das Ganze ebenfalls. Im Winter sitze ich in einem Sitzschlitten mit Skiern darunter. Im Sommer nutze ich den gleichen Sitzschlitten mit Rollen darunter. Damit ich vorwärtskommen, lenken und bremsen kann, habe ich spezielle Stöcke in den Händen.
Ist die Sportart schwierig zu erlernen?
Na ja, man braucht schon Übung und eine gute Technik, damit man möglichst schnell vorankommt. Ich trainiere ungefähr ein Mal pro Woche und habe auch schon an Turnieren teilgenommen.
Was war dein bisher größter Erfolg?
Der zweite Platz bei der deutschen Meisterschaft im Paralanglauf in meiner Altersgruppe. Das war im Sommer 2024.
Was ist dein sportliches Ziel?
Mal bei einer Europameisterschaft mitzumachen wäre schon toll. Mein nächstes Ziel ist das Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“. Aber ich bin nicht nur auf Urkunden und Medaillen aus. Ich bin einfach ein sportlicher Typ und liebe es, mich zu bewegen. Das tut mir total gut.


