Wenn Flüsse kleiner und flacher werden

Wenn der Wasserstand niedrig ist, können Schiffe nicht so gut fahren.

Foto: Thomas Frey/dpa

Das sonnige Wetter sorgt für immer weniger Wasser in den Flüssen. Gleichzeitig fehlt es an Regen. Für die Schifffahrt ist das ein Problem.

Hier sollte Wasser fließen. Doch man sieht Steine und trockene Erde. Die Ufer vieler Flüsse sind gerade deutlich breiter als normalerweise. Denn es hat in den vergangenen Monaten zu wenig geregnet. Noch dazu war es an einigen Tagen super heiß. Deshalb ist das Wasser in den Flüssen sehr warm.

Auch der Rhein, Deutschlands längster Fluss, ist davon betroffen. Er fließt durch mehrere Bundesländer und unser Nachbarland Niederlande bis zur Nordsee. Gerade ist der Wasserstand im Rhein an vielen Stellen so niedrig wie noch nie. Der Fluss ist eine wichtige „Wasserstraße“. Auf ihm transportieren Schiffe Materialien, zum Beispiel Stoffe für Chemie-Firmen, Stahl und Ölprodukte.

Spezielle Schiffe

Eine große Chemie-Firma stellt ihre Waren direkt am Rhein in Rheinland-Pfalz her. Sie bekommt viel Material mit dem Schiff geliefert. Ist das Wasser aber zu niedrig, können bestimmte Schiffe nicht mehr fahren. Eine Sprecherin der Chemie-Firma erklärt, dass deshalb spezielle Schiffe eingesetzt würden. Die sind länger und breiter als gängige Schiffe und damit besser auf Niedrigwasser vorbereitet. Ihr Rumpf besteht aus leichtem Material. Deshalb sinken sie nicht so tief in den Fluss.

Andere Frachtschiffe können wegen des niedrigen Wassers weniger Ladung aufnehmen. Das bedeutet, es sind mehr Schiffe nötig, um eine bestimmte Menge zu transportieren. Oder Lastwagen und Güterzüge bringen stattdessen einen Teil der Ladung an die Firmen. Das alles kostet aber viel Extra-Geld.

Neben Schiffen, die Materialien transportieren, sind auf dem Rhein im Sommer viele Schiffe mit Urlauberinnen und Urlaubern unterwegs. Die Leute übernachten auf den Schiffen, fahren zu verschiedenen Orten und schauen sich diese an. Wo das Wasser zu niedrig ist, können die Hotelschiffe nicht mehr fahren. Auf einigen Reisen gibt es deshalb zum Beispiel gerade keine Stopps am Fluss.

Besser vorbereitet

Auch in Zukunft rechnen Fachleute damit, dass die Flüsse immer wieder flach werden. Um darauf besser vorbereitet zu sein, gibt es ein paar Ideen: Zum Beispiel sollen besonders flache Stellen tiefer gemacht werden, damit Schiffe dort vorbeikommen. Auch die Schiffe selbst sollen moderner und flacher gestaltet werden. Besonders wichtig ist es aber, dass man auch die Ursache von Niedrigwasser bekämpft. Das bedeutet: Die Politik muss sich mehr für den Klimaschutz einsetzen und etwas gegen die starke Erwärmung der Erde tun.