Zu viel los in der Notaufnahme

Ein Rettungswagen fährt auf das Gelände einer Notaufnahme.

Foto: Jens Büttner/dpa

Der Bundestag hat über eine neue Regel abgestimmt, die Notfallreform. In Zukunft soll besser geschaut werden, wer wirklich in die Notaufnahme muss und wer woanders behandelt werden kann.

In den Notaufnahmen der Krankenhäuser ist oft ganz schön viel los. Viele Menschen kommen dorthin, obwohl sie gar nicht so schlimm krank sind. Ein Schnupfen oder leichte Bauchschmerzen könnten auch in einer normalen Arztpraxis behandelt werden. Weil so viele Leute warten, müssen die Menschen mit echten Notfällen manchmal länger warten und die Ärztinnen und Ärzte haben sehr viel Stress.

Der Bundestag hat gerade über eine neue Regel abgestimmt: die Notfallreform. An Krankenhäusern soll es über 700 neue Notfallzentren geben. Dort wird geschaut: Wer braucht wirklich die Notaufnahme? Und wer kann in einer Notdienstpraxis behandelt werden? Dadurch sollen die Ärztinnen und Ärzte in den Notaufnahmen entlastet werden.

Gesundheitsprobleme am Wochenende

Schon länger gibt es die Telefonnummer 116117. Man kann sie zu Zeiten anrufen, wenn Arztpraxen schon geschlossen haben und man ein gesundheitliches Problem hat, zum Beispiel abends oder am Wochenende. Diese Nummer soll in Zukunft zu einer „Akutleitstelle“ werden, die noch besser beraten kann als bisher. Ein Ergebnis kann sein, dass ein Arzt oder eine Ärztin nach Hause kommt. Oder man bekommt gesagt, dass es reicht, am nächsten Tag zum Arzt zu gehen.

Das Team am Telefon schätzt also die Beschwerden ein. Es kann im schlimmsten Fall sein, dass es rät, doch in die Notaufnahme zu fahren oder sich von einem Rettungswagen abholen zu lassen.

Was aber bleibt, ist: Man sollte den Notruf 112 wählen, wenn zum Beispiel jemand bewusstlos ist, nicht mehr oder schwer atmet, starke Herzprobleme hat oder sehr stark blutet. Auch bei Vergiftungen oder wenn man einen schweren Stromschlag bekommen hat, sollte man die 112 anrufen.

Drei Gesundheitsminister waren an der Notfallreform beteiligt. Jens Spahn (CDU) und Karl Lauterbach (SPD) hatten sie angestoßen und erarbeitet. Unter Carsten Linnemann (CDU) wurde sie jetzt beschlossen. Schon im Juli 2024 hatte Karl Lauterbach gesagt: „Jede und jeder Dritte in einer Notaufnahme wäre in einer Praxis besser aufgehoben.“