Ein besonderes Zuhause

Viele der Tiere auf dem Gnadenhof wurden von ihren Besitzern weggegeben.

Foto: Socrates Tassos

Wenn ein Hund ausgesetzt oder aus einem schlechten Zuhause gerettet wird, dann landet er häufig im Tierheim. Aber wie sieht es mit Kühen, Schafen und Hühnern aus? Viele dieser Tiere leben auf einem Gnadenhof. Hier können sie bis zu ihrem Lebensende bleiben. Die elfjährige Kinderreporterin Karlotta hat einen Gnadenhof besucht. Hier kommt ihr Bericht:

Ich war für CHECKY! auf einem Gnadenhof in Bochum. Falls du nicht weißt, was das ist, erklär‘ ich es dir hier: Auf dem Hof leben viele Tiere, die krank oder alt sind oder um die sich niemand mehr kümmern möchte. Manche Tiere dort werden auch zum Glück vor dem Schlachthof gerettet. Auf dem Gnadenhof leben 30 Tiere zusammen, es gibt im Moment zwei Ziegen, sieben Hühner, einen Hahn, drei Pferde und sechs Ponys, sieben Katzen und vier Gänse. Die meisten Tiere kommen von Bauernhöfen oder aus Privatbesitz.

Einige der großen Pferde sind zu krank, um sie zu reiten, und deshalb wurden sie immer wieder weiterverkauft, weil niemand sie lange behalten wollte. Der Gnadenhof hat sie dann aufgenommen. Da oft teure Medikamente für die Tiere gekauft werden müssen, wird viel Geld gebraucht. Auch das Futter und die Unterbringung kosten etwas. Leider gibt es nur wenig Spenden. Das benötigte Geld kommt auch durch Tierpatenschaften und von den Menschen, die dort arbeiten.

Als Erstes bin ich mit Karin, einer Mitarbeiterin, zu den Ponys in den Unterstand gegangen und durfte Krümel, Black Beauty und Sunny streicheln. Sie waren echt lieb und weich und sehr, sehr klein. Danach bin ich zu den großen Pferden gegangen, die gerade gefressen haben. Sie waren größer als jedes Pferd, das ich zuvor gesehen habe. Mit einer Kardätsche (Pferdebürste) habe ich Sammy geputzt.

Alle leben zusammen

Dann durfte ich zum ersten Mal einen Hahn, der Anton hieß, streicheln. Er fühlte sich weich und buschig an, war ganz lieb und hat nicht geflattert. Anschließend habe ich eine Ziege namens Lexie getroffen und gestreichelt, die ganz ruhig an einer Stelle stand und nicht mehr von mir weggegangen ist.

Zum Schluss hat sich die Katze Dackel vor meine Füße gelegt, damit ich sie streicheln konnte. Sie wurde als Jungkatze ausgesetzt und ist so zum Gnadenhof gekommen. Ihr lustiger Name kommt von ihrem Aussehen, weil sie früher mit ihrem langen Körper und ihren krummen Beinen wie ein Dackel aussah. Sie war ganz verspielt und ich konnte sie hochheben und in den Arm nehmen. Die Tiere sind auf dem Hof gut in Ställen und auf Wiesen und Weiden aufgehoben und können so ein schönes Leben führen. Ich habe mich gewundert, dass alle Tiere gut mit den jeweils anderen auskommen können und friedlich zusammenleben.